Studienprojekt "Kinderbrillen für Indien" ist erfolgreich gestartet.
Projekt Pro-VisIoN mit internationaler Konferenz erfolgreich eröffnet
Abbildung einer Hand die Braille-Schrift liest.
Verena Petz, Henner Frebel, Stefanie Holzapfel, Laurent Dura und Frau Prof. Dr. Lea Hyvärinen bei einer Informationsveranstaltung.
Abbildung eines Bildschirmlesegerätes in Verbindung mit einem Computer.
Studienprojekt "Kinderbrillen für Indien" ist erfolgreich gestartet.
Projekt Pro-VisIoN mit internationaler Konferenz erfolgreich eröffnet
TU Dortmund
Fakultät Rehabilitationswissenschaften
44221 Dortmund
Die beiden Fachrichtungen Rehabilitation und Pädagogik bei Blindheit und Rehabilitation und Pädagogik bei Sehbehinderung repräsentieren Fragestellungen im Kern und Umfeld von (visueller) Wahrnehmung. Sehen hat innerhalb der Wertehierarchie der Wahrnehmungssysteme in allen Kulturen einen so hohen Stellenwert, dass der Ausfall der visuellen Wahrnehmung oder ihre Modifikation als schwerwiegende Einschränkung für den Aufbau von und die Auseinandersetzung mit der Umwelt, mit Realität gesehen werden. Ein spezifisches Wissen um das Individuum-Umwelt Verhältnis resp. um die Bereitstellung adäquater Handlungsmöglichkeiten durch eine visuell ausgerichtete Umwelt ist erforderlich, um Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die mit der Bedingung einer Sehschädigung leben, angemessene Unterstützung im Hinblick auf eine weitgehend autonome Lebensgestaltung gewähren zu können.
Fragen der Spezifik der Wahrnehmung, der Entwicklung alternativer Aneignungsstrategien, der Kommunikation und Interaktion, der kindlichen Entwicklung, der schulischen und außerschulischen Förderung, der Rehabilitation, einer spezifischen Vermittlungsmethodik, der Integration, des Einsatzes moderner Kommunikationstechnologien, Möglichkeiten einer selbstbestimmten Lebensführung mit modifizierter oder fehlender visueller Wahrnehmung stellen Schwerpunkte in der Lehre dar.
Die Erforschung und Optimierung der spezifischen Bedingungen und Strategien, mit deren Hilfe sich blinde, mehrfachbehinderte sehgeschädigte oder sehbehinderte Menschen eine Vorstellung von ihrer (Um-)Welt schaffen und sich mit dieser auseinandersetzen, ist als der wesentliche Schwerpunkt in der Forschung anzusehen. Spezifische Forschungsfragestellungen beziehen sich auf die Frühförderung von Kindern mit einer Sehschädigung, Prozesse der Integration, Konzeptbildung im Bereich der Mathematik, Aneignung von Kulturtechniken, Gestaltung von Lern- und Anschauungsmitteln, auf spezifische Wahrnehmungsbedingungen (cerebrale Sehschädigung), die Thematik des Lebens mit Assistenz und den Einsatz von Informationstechnologie.
Die Fachrichtungen der Blinden und der Sehbehindertenpädagogik sehen ihre Aufgabe in der Lehre darin, Studierende des Förderschwerpunkts "Sehen" mit dem spezifischen Wissen und Können auszustatten, um sie für schulische (Lehrerinnen und Lehrer der Sonderpädagogik aller Schulstufen) wie außerschulische (Rehabilitationspädagoginnen Dipl. + BA) Tätigkeitsfelder vorzubereiten.
Blindenpädagogik und Sehbehindertenpädagogik verstehen sich als eigenständige Gegenstandsbereiche mit einem hohen Kooperationsbedarf zu Fachrichtungen und Disziplinen wie anderen sonderpädagogischen Fachrichtungen, der allgemeinen Erziehungswissenschaft, der Informatik und Kybernetik (sofern sie sich mit visuellen Systemen beschäftigt), den Neurowissenschaften, der Ophthalmologie und Neuroophthalmologie, der Psychologie (insbesondere Wahrnehmungspsychologie), der Soziologie. Die Erforschung der spezifischen Bedingungen und Strategien mit deren Hilfe sich blinde oder sehbehinderte Menschen eine Vorstellung von ihrer (Um-) Welt schaffen erfordert eine interdisziplinäre Herangehensweise.